M-Statistik
 

Vornamen im Jahr 2000


Welche Vornamen wurden in München im Jahr 2000 vergeben ?
Gibt es neue Trends ?
Wie veränderte sich die Gesamtheit der vorkommenden Vornamen ?

Um es vorweg zu nehmen: Es bewegte sich sehr wenig. Die Spitzengruppe der beliebtesten Vornamen bei Neugeborenen weicht kaum von der vergangener Jahre ab. Auch im Jahr 2000 bleibt Alles beim Alten. Wer hätte auch Überraschungen erwartet ? Nicht einmal eine "Millennia" ist in München aktenkundig geworden. Eigentlich schade, oder ?

Wenden wir uns den Fakten zu:

Insgesamt kamen 4 830 Buben und 4 695 Mädchen zur Auswertung. So viele deutsche Kinder waren am 31.12.2000 im Münchner Melderegister mit dem Geburtsjahrgang 2000 gemeldet.Tabelle 1 enthält getrennt nach Geschlecht die jeweils 30 häufigsten Vornamen.

Maximilian und Julia heißt das Spitzenduo. Gleiches konnten wir bereits in den Jahren 1991 bis 1996 und 1998 melden. 1997 wurde Julia von Sarah für ein Jahr von der Spitze auf Platz 2 verdrängt. Das gleiche Kunststück gelang Laura im Jahr 1999. Auch sie schaffte es nur ein Jahr an der Spitze zu bleiben. Maximilian hält seit 1991 nahezu unangefochten die Führung. Seinen Vorsprung vor seinen Verfolgern konnte er im Jahr 2000 im Vergleich zum Vorjahr wieder kräftig ausbauen. Er liegt mit 59 Zählern vor dem zweitplazierten Felix.
Der Blick zurück auf eine Auswertung im Jahre 1995, die in der Münchner Statistik kommentiert wurde, ringt dem Leser ein müdes Lächeln ab. Dort ist zu lesen: "Mit Spannung darf deshalb der Verlauf des Jahres 1996 besonders bei den Bubennamen verfolgt werden. Es sei hier die Prognose gewagt, daß das Jahr 1995 das Ende einer 7jährigen unangefochtenen Alleinherrschaft einleitet und der Vorname Maximilian langsam aber sicher aus der Spitzengruppe der beliebtesten Vornamen verschwinden wird" (Münchner Statistik, Heft12, Jahrgang 1995). Die Alleinherrschaft geht in das elfte Jahr - Statistiker sind eben keine Propheten.
Ein Aspekt ist allerdings interessant: 1995 siegte Maximilian mit absolut 176 Nennungen, im Jahr davor gar mit 247 Zählern. Das bedeutete 1994, dass von 1 000 Buben immerhin 60 den Namen Maximilian bekamen. Im Jahr 2000 errang Maximilian den 1. Platz mit 142 Nennungen und auf 1 000 Buben kamen nur noch die Hälfte von damals, also etwa 30 Nennungen. Im Klartext heißt dies, dass die häufige Verwendung weniger ausgewählter Vornamen immer mehr zurücktritt und die Vielfältigkeit noch stärker als bisher bevorzugt wird. Ein Effekt der sich im langjährigen Vergleich eindeutig belegen lässt.

Wie ist es um den Rest der insgesamt 1 295 registrierten weiblichen und 1 093 männlichen Vornamen des Jahrganges 2000 bestellt ?

Bei den Mädchen sind neun von zehn Vornamen aus den Top Ten des vergangenen Jahres auch heuer wieder dabei: Neben Julia sind dies: Laura, Anna, Sarah, Lisa, Katharina, Lea, Sofia und Antonia. Franziska ist abgerutscht. Sie fällt von Platz 8 auf Platz 14 zurück. Dafür ist Lena bei den ersten Zehn dabei.
Sie gehört ebenso wie Maria, Elena und Luisa zu den Gewinnern mit leichtem Zuwachs. Stärker zugelegt haben Jessica, Lara, Jennifer, Emily, Eva und Nicole. Wie es mit Lara weitergeht wird spannend. Die Popularität der Computerkultfigur Lara Croft hat durch den gleichnamigen Kinofilm nochmals zugenommen. Vielleicht entsteht hier mal wieder ein Beispiel für die Einflusskraft der Medien? Wir werden es am Ende des Jahres 2001 sehen. Mit Eva taucht wieder ein Vorname in den vorderen Rängen auf, der in den 50er und 60er Jahren sehr beliebt war, danach allerdings etwas in den Hintergrund gedrängt wurde. Seine Wiederentdeckung verdankt er möglicherweise seiner Kürze und dem Umstand, dass er kaum zu "verstümmeln" ist.
In die Kategorie "winner of the year" fällt der Vorname Paula. 1998 gerade mal so unter den besten 50 und 1999 auf Platz 24, belegt Paula im Jahr 2000 Platz 13. Offensichtlich trifft dieser Vorname den Zeitgeschmack, denn auch Paul hat bei den Buben einen Sprung nach oben getan.
Bevor wir die männliche Seite näher betrachten, aber noch ein Wort zu den "Verlierern" auf der Seite der weiblichen Vornamen:
Den schlimmsten Verlust musste Viktoria hinnehmen. Sie ist von Platz 19 im Jahr 1999 auf Platz 83 abgestürzt. Ähnlich erging es Veronika (von 37 auf 82) und Sandra (von 30 auf 61).
Mit Franziska muss ein Vorname die Spitzengruppe verlassen, der seit 1993 ohne Unterbrechung immer unter den besten Zehn zu finden war. Sie ist auf Platz 14 gelandet.
Deutlich weniger beliebt als im Vorjahr waren auch Jasmin, Melanie, Sabrina, Klara und Stefanie. Für letztere geht es stetig bergab. 1995 noch auf Platz 6, kam sie 2000 nicht unter die ersten 50. Ihr Stern scheint tatsächlich erloschen zu sein.

Bei den Bubennamen hat sich vorne ähnlich wenig bewegt wie bei den Mädchen. Hier wie dort sind 9 von 10 Spitzenreiter des Jahres 1999 auch in 2000 wieder bei den besten 10:

Die Vornamen des Jahrganges 2000 der deutschen Bevölkerung am 31.12.2000

Tabelle 1

Rang-
folge
Weibliche
Vornamen
Häufigkeit auf 1000
weibliche
Geburten
Rang-
folge
Männliche
Vornamen
Häufigkeit auf 1000
männliche
Geburten
1 Julia 100 21,3 1 Maximilian 142 29,4
2 Laura 93 19,8 2 Felix 83 17,2
3 Anna 91 19,4 3 Florian 82 17,0
4 Sarah 77 16,4 3 Lukas 82 17,0
5 Lisa 73 15,6 5 Moritz 80 16,6
6 Katharina 71 15,1 6 David 79 16,4
7 Lea 64 13,6 7 Sebastian 74 15,3
8 Lena 55 11,7 8 Alexander 73 15,1
9 Sophia 54 11,5 8 Daniel 73 15,1
10 Antonia 52 11,1 10 Tobias 68 14,1
11 Hannah 51 10,9 11 Tim 66 13,7
12 Sophie 47 10,0 12 Leon 64 13,2
13 Paula 46 9,8 13 Paul 63 13,0
14 Franziska 44 9,4 14 Julian 62 12,8
15 Alina 43 9,2 15 Fabian 60 12,4
16 Jessica 41 8,7 16 Luca 57 11,8
17 Johanna 41 8,7 17 Simon 55 11,4
18 Lara 41 8,7 18 Dominik 53 11,0
19 Leonie 38 8,1 19 Philipp 53 11,0
20 Marie 35 7,5 20 Luis 50 10,3
21 Jennifer 34 7,2 21 Jonas 47 9,7
22 Elena 33 7,0 21 Niklas 47 9,7
23 Luisa 31 6,6 23 Jakob 46 9,5
24 Sara 31 6,6 24 Michael 42 8,7
25 Vanessa 31 6,6 25 Benedikt 39 8,1
26 Jasmin 30 6,4 26 Marcel 38 7,9
27 Theresa 30 6,4 27 Johannes 37 7,7
28 Jana 29 6,2 28 Jan 35 7,2
29 Michelle 29 6,2 28 Andreas 35 7,2
30 Nina 29 6,2 30 Benjamin 34 7,0

Maximilian, Felix, Florian, Lukas, Moritz, Sebastian, Alexander, Daniel und Tobias. Neu dazu kam David, der durch den großen Zuspruch der Väter und Mütter von Platz 17 raketenartig auf Platz 6 geschossen wurde. Dafür verlor Philipp deutlich an Boden. Er glitt vom dritten auf den 19. Platz ab. Felix, seit 1995 beständig auf den Plätzen 7 bis 10, führt erstmals das dichte Verfolgerfeld an, wenn auch mit deutlichem Abstand zu Maximilian.

Großer Gewinner ist Tim, der erstmals vorne auftaucht und nur um 2 Zähler den Sprung in die Spitzengruppe verpasste. Auch dies wieder ein Beleg für die wachsende Beliebtheit kurzer Vornamen.
Weitere Gewinner sind Luca, Elias, Ferdinand, Marvin und Lorenz.
Mit Andreas und Paul (siehe auch weiter oben) mischen sich nach leichten Gewinnen auch wieder zwei altbewährte und bekannte Vornamen unter die 30 beliebtesten Bubennamen.
Natürlich gibt es auch Verlierer. Weniger schlimm hat es Alexander, Simon und Jonas erwischt. Sie mussten jeweils nur 6 bzw. 7 Rangplätze nach unten wandern. Deutlich bekam den geringeren Zuspruch der Vorname Michael zu spüren. Der Klassiker unter den deutschen Bubenvornamen rutschte vom 12. auf den 24. Platz ab. Ein erstaunliches Ergebnis, da Michael über sämtliche Geburtsjahrgänge hinweg zu den beliebtesten Vornamen gehört (siehe Münchner Statistik, Heft 2, Jahrgang 1993). Nicht umsonst ist Michael derzeit auch der häufigste Vorname aller deutschen Münchner Bürger.
Richtig stark hat es diese drei Vornamen erwischt: Jonathan fiel von Platz 34 auf Platz 60 zurück, Stefan von 37 auf 53 und Dennis von 38 auf 69. Dennis gehört zu jener Kategorie von Vornamen, auf die der Begriff Modename durchaus zutrifft. Sein kurzer Aufstieg war 1993 mit dem Erreichen von Platz 15 gekrönt. Danach ging es kontinuierlich und steil bergab. Er wurde im Jahr 2000 gerade 16 mal vergeben.

Die Vornamen der deutschen Bevölkerung am 31.12.2000

Tabelle 2

Rang-
folge
Weibliche
Vornamen
Häufigkeit auf 1000
Frauen
Rang-
folge
Männliche
Vornamen
Häufigkeit auf 1000
Männer
1 Maria 18.564 32,1 1 Michael 14.780 27,9
2 Anna 14.662 25,3 2 Thomas 13.115 24,8
3 Elisabeth 11.289 19,5 3 Peter 12.999 24,6
4 Christine 8.355 14,4 4 Andreas 11.680 22,1
5 Monika 8.270 14,3 5 Stefan 11.002 20,8
6 Sabine 7.822 13,5 6 Christian 10.669 20,2
7 Gabriele 7.595 13,1 7 Josef 10.666 20,2
8 Barbara 7.379 12,8 8 Johann 9.887 18,7
9 Claudia 7.292 12,6 9 Wolfgang 9.388 17,8
10 Brigitte 7.210 12,5 10 Hans 9.004 17,0
11 Ursula 7.001 12,1 11 Franz 8.833 16,7
12 Renate 6.790 11,7 12 Klaus 8.711 16,5
13 Helga 6.562 11,3 13 Karl 8.297 15,7
14 Susanne 6.488 11,2 14 Markus 7.468 14,1
15 Andrea 6.302 10,9 15 Helmut 7.467 14,1
16 Karin 6.201 10,7 16 Martin 7.122 13,5
17 Petra 6.168 10,7 17 Manfred 6.824 12,9
18 Katharina 6.026 10,4 18 Alexander 6.626 12,5
19 Ingeborg 5.950 10,3 19 Rudolf 6.611 12,5
20 Hildegard 5.725 9,9 20 Günter 6.384 12,1
21 Ingrid 5.633 9,7 21 Robert 6.334 12,0
22 Eva 5.582 9,6 22 Georg 6.186 11,7
23 Stefanie 5.472 9,5 23 Werner 6.144 11,6
24 Erika 4.894 8,5 24 Gerhard 6.029 11,4
25 Angelika 4.804 8,3 25 Walter 5.697 10,8
26 Therese 4.773 8,2 26 Florian 5.137 9,7
27 Johanna 4.457 7,7 27 Matthias 4.807 9,1
28 Silvia 4.387 7,6 28 Jürgen 4.578 8,7
29 Elfriede 4.210 7,3 29 Maximilian 4.528 8,6
30 Christa 4.164 7,2 30 Herbert 4.368 8,3

Die Vornamen der deutschen Bevölkerung am 31.12.1991

Tabelle 3

Rang-
folge
Weibliche
Vornamen
Häufigkeit auf 1000
Frauen
Rang-
folge
Männliche
Vornamen
Häufigkeit auf 1000
Männer
1 Maria 26.043 43,6 1 Josef 14.593 27,6
2 Anna 20.323 34,0 2 Peter 14.138 26,8
3 Elisabeth 14.272 23,9 3 Michael 14.012 26,5
4 Christine 8.809 14,8 3 Johann 13.613 25,8
5 Monika 8.759 14,7 5 Thomas 12.162 23,0
6 Gabriele 8.561 14,3 6 Franz 11.387 21,6
7 Barbara 8.458 14,2 7 Karl 10.937 20,7
8 Therese 7.960 13,3 8 Hans 10.653 20,2
9 Brigitte 7.955 13,3 8 Andreas 10.531 19,9
10 Ursula 7.836 13,1 10 Wolfgang 10.337 19,6

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf die Gesamtheit der Vornamen in München (Tabelle 2):

Naturgemäß vollziehen sich Veränderungen in der Rangfolge der Gesamtliste aller Vornamen noch weniger dynamisch als die Liste des jeweils aktuellen Geburtsjahrgangs.
Hierzu ist die Ausgangsmasse mit etwas über 1,1 Mio. ausgezählten Vornamen zu groß und zu konstant. Es muss schon ein langjähriger Vergleich her, um Entwicklungen festmachen zu können. Wir gehen zurück in das erste Jahr unserer kontinuierlichen Vornamensaufzeichnungen, in das Jahr 1991 (Münchner Statistik, Heft 11, Jahrgang 1992 und Heft 2, Jahrgang 1993). Damals sah die Liste der jeweils 10 häufigsten Vornamen der deutschen Münchnerinnen und Münchner so aus (Tabelle 3):

Beim Vergleich fällt spontan auf, dass bei den Männern etwas mehr durcheinander geraten ist, als bei den Frauen. Bei letzteren blieben die häufigsten 5 Vornamen, nämlich Maria, Anna, Elisabeth, Christine und Monika ihrer Rangfolge treu. Wenn auch mit deutlich reduzierter Anzahl: 1991 gab es bei Maria rund 26 000 Nennungen, während es im Jahr 2000 noch rund 18 500 waren. Sabine drängte sich im Zeitverlauf auf den 6. Rang (von Platz 11 in 1991) und verwies Gabriele, Barbara, Brigitte und Ursula auf die nachfolgenden Plätze.
Therese ist der "aussterbende" Vorname bei den Frauen. Er ist im Jahr 2000 nur noch auf dem 26. Platz zu finden. Ihn hat Claudia ersetzt, die vom 16. Rang in 1991 auf den 8. Platz hochkam.
Auf dem aufsteigenden Ast sind Susanne, Andrea, Stefanie (hier in der Gesamtsicht, im Gegensatz zum aktuellen Trend) und Silvia. Auf dem Abstieg befinden sich neben Therese noch Katharina und Hildegard.

Im Gegensatz zu Maria konnte sich Josef nicht an der Spitze halten. Er belegt bei den Männern die Rolle, die Therese bei den Frauen inne hat: "Er stirbt aus". Von den 1991 registrierten rund 14 500 Vornamen "Josef" sind rund 10 600 übriggeblieben und es kommen nur sehr vereinzelt welche nach. Weniger deutlich, aber ähnliche Tendenz zeigen die Entwicklungen von Johann, Franz, Karl, Rudolf, Georg, Werner, Walter und Herbert.
Die Dauerbrenner Michael und Thomas haben mittlerweile Peter, der zwischenzeitlich die Führung übernommen hatte, auf Platz 3 verdrängt. Peter, der Modename der 60er Jahre, verdankt seine Bedeutung lediglich der starken Besetzung der damaligen Geburtsjahrgänge. Ihn wird in einigen Jahren ähnliches widerfahren, wie derzeit den vorher genannten Vornamen Josef, Johann, Franz usw. Er ist vollkommen aus der Mode gekommen.
Seinen Platz werden andere einnehmen: Andreas, Stefan, Christian, Markus, Martin, Alexander, Florian, Matthias und last but not least Maximilian. Er ist bereits auf Platz 28 angelangt. 1991 belegte er noch Platz 40 in der Gesamtliste.

 

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