Im vergangenen Jahr
wurden 12 194 Kinder von Münchner Müttern geboren. Da im
gleichen Zeitraum 12 146 Gestorbene statistisch registriert wurden
(Quelle: ZIMAS) ergibt sich ein Geburtenüberschuss von 48. Über eine
Zeitspanne von 31 Jahren waren jährliche Geburtendefizite an der
Tagesordnung, so dass das Ereignis zu Recht in den Schlagzeilen der Medien
erscheint. Spekulationen vorbeugend, wollen wir uns im folgenden einigen
Einflussgrößen und Hintergründen zuwenden.
Der Saldo der natürlichen
Bevölkerungsbewegung, um den es hier geht, ist also die rechnerische
Differenz aus Geburten und Sterbefällen. Diesen Komponenten, und zwar
beiden, hat zunächst unsere Aufmerksamkeit zu gelten.
Prägend für die bisherige
Geburtenentwicklung in der Millionenstadt München sind ohne Zweifel die
geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre. In keinem Jahr der
Nachkriegszeit wurden annähernd so viele Kinder geboren wie in den Jahren
zwischen 1959 und 1969. Und dieser Babyboom bescherte uns die
Eltern-"Generation", die ab etwa Mitte der achtziger Jahre für
ein Geburtenhoch sorgt, mit dessen Ausläufern Demografen und Statistiker
noch immer rechnen dürfen.
Diese, für die Inländer skizzierte
Basisentwicklung wird - zeitlich etwas phasenverschoben - von der
Geburtentwicklung der Migranten überlagert und vor allem in den neunziger
Jahren noch erheblich verstärkt, d. h. der demographische Effekt
(Altersaufbau) beim deutschen Bevölkerungsteil und die relative
stärkere Reproduktion der ausländischen Mitbürger wirken in eine
Richtung. In Zahlen: von 1990 bis 2000 wurden im Jahresdurchschnitt 12 200
Münchner Kinder geboren, am wenigsten 1995 nämlich 11 700 und am
meisten 1997 als 12 500 Neubürger beurkundet wurden. Bei den
Deutschen ist die Spanne größer und wird im selben Zeitraum von dem
Maximum von 9 900 Kindern im Jahr 1990 und dem geringsten Ergebnis von
8 500 in1995 gebildet. Die entsprechenden Kurven in den nachstehenden
Grafiken lassen für die Gesamtentwicklung der Lebendgeboren
Stabilität auf hohem Niveau erkennen, während die Geburtenzahlen der
inländischen Mütter seit 1990 insgesamt abwärts tendieren.
Unübersehbare Brüche charakterisieren
den Verlauf bei den Ausländergeburten 1).
Ausgehend von einem Tiefstand von 1 700 Säuglingen im Jahre 1985 (17%
aller Geborenen ) werden mit nahezu stetigen jährlichen Zuwachsraten
(Ausnahme: 1992 auf 1993, neue Rechtslage) 1997 maximale 3 600 (29 % aller
Geborenen) "Neuankömmlinge" gezählt. Dann knickt die Kurve
deutlicht ein.
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