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Zahl der Familien mit Kindern sinkt
Zu Jahresbeginn 2001 waren in München 741 020
Privathaushalte registriert. Gegenüber 1991 hat sich die Zahl der Haushalte um 7,7%
erhöht, wobei das Wachstumstempo nach einer Stagnationsphase Mitte der 90er Jahre gegen
Ende des Dezenniums wieder deutlich zugenommen hat. Zum Vergleich betrug der Anstieg der
Privathaushalte zwischen den Volkszählungen 1970 und 1987 10,4%. Wie sich neben der
mengenmäßigen Veränderung auch die Struktur der Haushalte seit 1970 gewandelt hat,
illustriert Grafik 1. Die Abbildung verdeutlicht eine spürbare Dynamik in der
Veränderung der Haushaltsgrößenstrukturen.
Am sichtbarsten zeigt sich die Veränderung bei den
Einpersonenhaushalten. Entfielen 1970 41,7% auf diesen Haushaltsgrößentyp, so setzte
sich im Prozess der zunehmenden Individualisierung bereits 1987 mehr als die Hälfte aller
Haushalte aus Singlehaushalten zusammen. Zwischen 1987 und 2001 erhöhte sich der
prozentuale Anteil dann noch einmal um 3,4%-Punkte auf 53,7%. Im zurückliegenden
Jahrzehnt hat die Zahl der Einpersonenhaushalte um 47 546 oder 13,6% zugenommen.
Dabei wird in den höheren Altersgruppen ein neuer Trend erkennbar: der Anteil
alleinlebender Menschen über 70 Jahre geht zurück. Es rücken Geburtsjahrgänge der
Männer etwa ab dem Jahrgang 1930, der zu Kriegsende 15 Jahre alt war in das
Seniorenalter auf, die nicht mehr überproportional von Verlusten aus dem Zweiten
Weltkrieg gekennzeichnet sind. Damit nimmt auch der Verheiratungsgrad der Frauen zu und
schrittweise geht die Zahl alleinlebender älterer Frauen zurück, die bisher einen
großen Teil der Einpersonenhaushalte ausmachten. Zwar sind Single-Haushalte noch typisch
für Personen im höheren Alter, doch verliert ihre zahlenmäßige Bedeutung an Gewicht zu
Gunsten jüngerer Personen.
Während die Entwicklung bei den Zweipersonenhaushalten
seit 1970 von einem relativ geringen Rückgang gekennzeichnet war (Veränderung 2001
gegenüber 1970: - 2,5%-Punkte), gingen die Anteile bei den Haushalten mit drei und mehr
Personen im gleichen Zeitraum deutlich zurück ( - 9,5%-Punkte), wobei die
Veränderungsdynamik mit dem Übergang zu kleineren Haushalten in der 70er und 80er Jahren
größer war als in der Folgeperiode bis 2001.

*) Stand 1970: 27.05.; 1987: 25.05.; 1991 und 2000:
jeweils 01.01.
Parallel zum Strukturwandel bei den Haushaltsgrößen
vollzog sich auch eine Umwandlung familiärer Strukturen. Als Familie im Sinne der
amtlichen Statistik (Mikrozensus) zählen Ehepaare mit und ohne Kinder sowie
Alleinerziehende mit im gleichen Haushalt lebenden ledigen Kindern. In der nachfolgenden
Tabelle sind die Lebensgemeinschaften mit Kindern gesondert ausgewiesen und insoweit auch
den Familien zuzurechnen.
Die Privathaushalte nach Haushaltstypen
(Stand: 01.01.2001)
| Haushaltstyp |
Anzahl |
in % |
Veränderung
2001
gegenüber 1991 in % |
| Einpersonenhaushalte |
397.736 |
53,7 |
+13,6 |
| Mehrpersonenhaushalte mit |
|
|
|
| Verheirateten ohne Kinder |
170.369 |
23,0 |
+1,2 |
| Verheirateten mit Kindern |
74.049 |
10,0 |
-7,4 |
| Alleinerziehenden |
21.164 |
2,9 |
+39,7 |
| Lebensgemeinschaft ohne Kinder |
55.812 |
7,5 |
+5,9 |
| Lebensgemeinschaft mit Kindern |
8.956 |
1,2 |
+39,7 |
| unverheirateten Erwachsenen ohne Kinder (
> 2 Personen) |
12.934 |
1,7 |
+2,0 |
| Insgesamt |
741.020 |
100 |
+7,7 |
Quelle: Statistisches Amt, MIDAS-Haushaltsstatistik.

*) Stand 1970: 27.05.; 1981, 1991 und 2000: jeweils 01.01.
Für 1970 liegen keine Angaben zu Hauhalten nach der Anzahl
minderjähriger Kinder vor."
Nach der oben beschriebenen Definition lebten zu
Jahresbeginn 2001 274 538 Familien in München, darunter 170 369 Ehepaare ohne
Kinder, 74 049 Ehepaare mit Kindern, 21 164 alleinerziehende Mütter bzw. Väter
sowie 8 956 Lebensgemeinschaften mit Kindern. Zwischen 1991 und 2001 zeigt sich ein
deutlicher Rückgang bei den Ehepaaren mit Kindern ( - 7,4%), während die Zahl der
Alleinerziehenden wie auch der Lebensgemeinschaften mit Kindern sprunghaft angestiegen ist
(jeweils um 39,7%). Nur geringfügig erhöhte sich in diesem Zeitraum die Zahl der
Ehepaare ohne Kinder ( + 1,2%).
In 7 von 10 Mehrpersonenhaushalten leben heute in München
keine Kinder mehr. Zur Volkszählung 1970 betrug dieses Verhältnis noch 4:10. Dieser
dynamische Veränderungsprozess familiärer Strukturen setzte bereits in der 70er Jahren
ein, mit deutlich steigenden Anteilswerten der Haushalte ohne minderjährige Kinder. Zu
berücksichtigen sind dabei allerdings auch Einflüsse wie der steigende
Verheiratetenanteil älterer Menschen, die in der Regel keine minderjährigen Kinder mehr
haben und damit den Anteil von Mehrpersonenhaushalten ohne minderjährige Kinder anwachsen
lassen. In den 90er Jahren ist die Wachstumsdynamik dieses Haushaltstyps jedoch weitgehend
zum Stillstand gekommen.
Vergleicht man in Grafik 2 die Veränderung der Strukturen
von Haushalten mit Kindern zwischen 1981 und 2001, so zeigt sich ein im Zeitablauf relativ
stabil bleibender Anteil von Familien mit zwei und mehr Kindern, während sich bei den
kleineren Haushalten eine Verschiebung zwischen Familien mit einem minderjährigen Kind
zugunsten von Haushalten ohne Kind(er) vollzogen hat.
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